Dramatisches Damen-Derby: Heppenheim setzt sich nach zitterndem Finale durch
Die Nibelungenhalle in Heppenheim war an diesem Sonntagnachmittag kaum wiederzuerkennen: Gut gefüllte Ränge, elektrische Stimmung, ein echtes Derby-Feeling – und das gleich zu Beginn mit einer kleinen Panne, die das Publikum aber mit Sportgeist quittierte. Der angesetzte Schiedsrichter erschien nicht pünktlich, weshalb Daniel Werner nach Absprache beider Mannschaften kurzerhand das Schiedsgericht übernahm. Ein großes Dankeschön an ihn – ohne diesen Einsatz hätte das Spiel wohl nicht stattgefunden.
Heppenheim legt vor – Erbach gleicht aus
Die Gastgeberinnen starteten furios. Angeführt von einer überragenden Jennifer Dickson (7 Tore, 4/6 Siebenmeter) und der treffsicheren Rebecca Dickson (4 Tore) zog der HC VfL Heppenheim früh auf 10:5 davon und schien das Spiel bereits in der Hinterhand zu haben. Doch die Gäste aus Erbach zeigten Moral. Mit der clever genutzten Auszeit bei 10:6 stoppten sie den Heppenheimer Lauf – und glichen wenig später wieder aus. Besonders Bernhardt (8 Tore) und Bürner (7 Tore, 4/5 Siebenmeter) sorgten immer wieder für gefährliche Momente auf der Gegenseite. Bis zur Pause stand es 17:15 – alles noch offen.
Nervenstarkes Finish entscheidet das Derby
Die zweite Hälfte hielt, was die erste versprochen hatte: pures Handball-Theater. Erbach kam zurück, glich zwischenzeitlich mehrfach aus, ja drehte das Spiel sogar. Heppenheim geriet immer wieder unter Druck – und musste sich doch immer wieder neu erfinden. Mit Erfahrung, Cleverness und dem unbedingten Willen zum Sieg kämpften sich die Gastgeberinnen Führung um Führung zurück. Die entscheidenden Minuten gehörten Heppenheim: Mia Elsesser traf zweimal in der Schlussphase (58:39 und 59:36) und machte mit ihren Treffern zum 31:29 und 32:29 endgültig den Deckel drauf.
Wenn man aus der sehr guten Mannschaftsleistung eine Einzelspielerin hervorheben will, dann war es Monja Fellmann im Tor der Heppenheimerinnen. Mit glänzenden Paraden hielt sie ihre Mannschaft in schwierigen Phasen im Spiel – und machte damit den Unterschied zwischen Sieg und Unentschieden. Auf der anderen Seite überzeugte Heppenheim mit variablen Angriffskombinationen und sehenswerten Zuspielketten.
Kurzum: Ein Handball-Nachmittag, der die Herzen höher schlagen ließ – und der bewies, dass der Damensport in der Region absolut sehenswert ist. Der Sieger: HC VfL Heppenheim, 32:29. Verdient – aber hart erarbeitet.